Wir freuen uns, Sie zur zweiten Veranstaltung im Jahr 2018 einladen zu dürfen. Am 26. April 2018 wird Herr Professor Avenarius über das Thema  Römisches Recht als Recht einer Stadt sprechen.

Die Wahrnehmung des römischen Rechts als „Recht einer Stadt“ geht auf die archaische Vorstellung zurück, dass die Ordnung des Gemeinwesens mit Rücksicht auf höhere Mächte gestaltet werden müsse, von deren Wohlwollen alles Leben abhänge. Die spezifisch römischen Kulte, die auf diese Vorstellung reagierten, erforderten Handlungen, welche an das Territorium der Stadt gebunden waren. In der Folgezeit strahlte diese Auffassung vielfach auf die Schaffung und Anwendung des Rechts der römischen Bürger aus. Nachdem sie Ausdruck in der Überlieferung gefunden hatte, Romulus habe Rom auf Grundlage einer besonderen Begünstigung durch die Götter gegründet, beanspruchte Justinian in der Spätantike einen noch größeren, nämlich christlichen Segen für Konstantinopel, welches den Rom-Begriff inzwischen repräsentierte, schloss dabei allerdings an uralte Konzepte an. Die vielfältige Verknüpfung des römischen Rechts mit der Stadt Rom hatte ihre Überzeugungskraft spätestens im hohen Prinzipat verloren, als die Kaiserkonstitutionen, die inzwischen das wichtigste Instrument der Rechtsfortbildung waren, an denjenigen Orten ergingen, an denen sich der princeps befand, und die Constitutio Antoniniana das römische Recht auf fast alle freien Reichsangehörigen erstreckt hatte. Die Vorstellung vom „Recht einer Stadt“ blieb jedoch erhalten. Sie wurde nun durch die heilsgeschichtliche Bedeutung Roms im christlichen Sinne begünstigt. Übertragen auf das römisch-byzantinische Recht, fand sie schließlich Eingang in die russische Wahrnehmung byzantinischer Rechtstexte.

Zeit: 19:00 Uhr, Ort: Universität zu Köln, Institut für Neuere Privatrechtsgeschichte, Universitätsstr. 47, 50931 Köln

 

In den letzten Jahren veranstaltete der Rheinische Verein für Rechtsgeschichte e. V. folgende Vorträge:

Die Historische Rechtsschule
Prof. Dr. Hans-Peter Haferkamp
22. Februar 2018

Die Kölner Verfassung des Verbund- und Transfixbriefs (1396/1513). Eine erste frühmoderne Konstitution in Europa?
Prof. Dr. Eberhard Isenmann
20. Juli 2017

„Sehnsucht nach einem Gespräch“. Die Korrespondenz zwischen Carl Schmitt und Ernst Rudolf Huber 1926-1981
Prof. Dr. Ewald Grothe
27. April 2017

Zeit, Geschichte, Recht – Zwei Elemente einer Zeit-Geschichte von Recht und Rechtswissen
Prof. Andreas Thier
9. Februar 2017

Die Trennungsentschädigung. Das Sondergericht Aachen und sein letzter Richter
Dr. iur. Benjamin Lahusen
3. November 2016

Reaktionen auf Rechtsbruch in Text, Bild und Glosse des Sachsenspiegels
Prof. Dr. Heiner Lück
6. Juli  2016

Vom Kölner Habilitanden zum einflussreichsten Strafrechtswissenschaftler des 20. Jh: Der Aufsteig Hans Welzels
Prof. Dr. Michael Kubiciel
3. März 2016

Kölner Rechtsanwälte im Nationalsozialismus. Eine Berufsgruppe zwischen ‚Gleichschaltung‘ und Kriegseinsatz
Dr. Michael Löffelsender
19. November 2015

Die gesetzliche Auflösung historisch begründeter Staatsnebenfonds in Nordrhein-Westfalen
Prof. Dr. Manfred Baldus
26. Februar 2015

Die wirtschaftsrechtliche Abteilung des Bundesministeriums der Justiz und die NS-­‐Vergangenheit
Prof. Dr. Jan Thiessen, Tübingen
10. Oktober 2014

Friedrich Carl von Savigny – der Romantiker auf dem Berliner Juristenthron? Eine Annäherung im Bild.
Prof. Dr. em. Joachim Rückert
3. Juli 2014

Ein Sonderrrecht für die Uferleute: Entstehung, Inhalt und Überlieferung der lex ribuaria.
Prof. Dr. Karl Ubl
29. Januar 2014

„Jeder steht da in der Welt, wo er stehen will.“ Jhering in Berlin.
Dr. Michael Kunze
30. Oktober 2013

„Im Strudel der Maßlosigkeit?“ die Erweiterung des Staatskorridors in der BRD der 1960er bis 1980er Jahre.
Prof. Dr. Hans-Peter Ullmann
5. Juni 2013

Normabweichung aufgrund veränderter Umstände.
Prof. Dr. Tilman Repgen
31. Januar 2013

Der Kölner Weinhandel im Mittelalter.
Prof. Dr. Klaus Militzer
13. November 2012

Das Recht der Reformation. Die Wirkungen der reformatoren auf die europäische Rechtsordnung bis zum 18. Jahrhundert.
Prof. Dr. Mathias Schmoeckel
4. Juli 2012

Jurisprudenz und Fälschung in Köln um 1170.
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Landau
20. Oktober 2011

Bausteine einer juristsichen Geistesgeschichte  des 20. Jahrhunderts. Bemerkungen zu einem Larenz-Portrait von C. W. Canaris.
Prof. Dr. Bernd Rüthers
27. Juni 2011

Rheinische Kirchenrechtsgeschichte in Köln und Breslau: Prof. Dr. Franz Gescher (1884-1945).
Prof. Dr. Dr. Raimund Haas
26. Januar 2011

Zwei Kulturen des öffentlichen Rechts in Deutschland (1949-1989).
Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Stolleis
6. Oktober 2010

Andreas von Tuhr (1864-1925). Ein deutscher Begriffsjurist erobert die schweizerische Rechtswissenschaft.
Prof. Dr. Sibylle Hofer
22. April 2010

Römisches Recht und europäische Rechtskultur.
Prof. Dr. Martin Schermaier
27. Januar 2010

Das Kardinalat im 15. und 16. Jahrhundert.
Prof. Dr. Hans-Jürgen Becker
25. November 2009

Duguit und die Deutschen: Ein einschneidender Abschnitt der Geschichte des Öffentlichen Rechts in Frankreich nach 1900.
Prof. Dr. Olivier Jouanjan
17. Juni 2009

Treue- und Loyalitätskonzepte im deutschen Staatsrecht zwischen Kaiserreich und Wiedervereinigung. (Dis)Kontinuitätsperspektiven auf ein Rechtsprinzip in sechs Kapiteln.
Prof. Dr. Hans-Georg Hermann
13. November 2008

Die Kölner Kanonistik des 12. Jh. – „ein Höhepunkt in der europäischen Rechtswissenschaft“.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Landau
27. Mai 2008

„Kontinuität im Umbruch: Pandektistisches Rechtsdenken im Revolutionären Russland“.
Prof. Dr. Martin Avenarius
14. November 2007

„Zwei Wege in die Moderne. Das Rheinland und Kurhessen im Vormärz“.
Priv. Doz. Dr. Ewald Grothe
13. Juni 2007

„Der Anspruch der Erzbischöfe auf die Stadtherrschaft über Köln nach der Schlacht bei Worringen 1288“.
Prof. Dr. Heinz Finger
30. Januar 2006

Die Abtei Echternach zwischen dem Reich, dem Kaiser und dem Pabst“.
Univ. Doz. Dr. Paul van Peteghem
05. Juli 2006

„Funktion und Leistung gelehrter Juristen im Spätmittelalterlichen Deutschland“.
Prof. Dr. Eberhard Isenmann
26. Januar 2005

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit – Funktion, Methode und Ausgangspunkt historischer Fragestellungen in der Privatrechtsdogmatik“.
Prof. Dr. Nils Jansen
09. November 2005

„’Das ist nicht mein Bier.’ Essen und Trinken als Rechtsakt“.
Prof. Dr. Jürgen Brand
17. November 2004

„Warum der Markt meistens das Recht besiegt.“ Historische Beispiele aus Wirtschaft und Arbeit.
Prof. Dr. Rainer Schröder
01. Juli 2004

„Die Hexenprozesse in Vaduz in den Jahren 1679 – 168“.

Prof. Dr. Ulrich Falk
10. November 2003

„Die katholische Armenpflege geistlicher Territorien in der frühen Neuzeit“.
Prof. Dr. Franz Dorn
05. November 2002